VERIS BASTION

Admiral McCloud überlegte, wie lange er nicht mehr hier gewesen war. Wann hatte VERIS BASTION überhaupt zuletzt eine entscheidende Rolle gespielt? Aber die Zeiten waren… McCloud unterbrach seinen eigenen Gedankengang. Sind wir schon wieder hier? Die Zeiten sind besonders, hatte er denken wollen. Getreu dem Motto „Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen“. Was für ein Klischee! Aber so war es nun mal. Die Nachrichten, die von außerhalb des Sonnensystems kamen, klangen nicht sehr gut. Es brodelte. Insofern tat die Blockade, die immer noch herrschte, dem Sonnensystem direkt einen Gefallen.

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Aber es war ja nicht so, dass man im Sonnensystem keine Probleme hatte. Uranus machte immer noch Probleme. Sie hatten zwar Scurra, den Ursupator, aus dem Amt gejagt, aber sie waren zu feige, ihn anzuklagen. Oder es lag daran, dass er noch genügend Verbündete hatte. Auf den Monden des Jupiter sah es nicht anders aus. Allein deswegen wurde es Zeit, einen Gegenpunkt zu setzen.

VERIS BASTION war eine Raumstation, die auf einem Asteroiden des Asteroidengürtels positioniert war. Dieser Asteroid war Vesta, das zweitgrößte und hellste Objekt des Gürtels. Vesta war selbst von der Erde aus zu sehen. Man vermutete, dass es sich dabei um einen Protoplaneten handelte, allerdings war er nicht rund, wie andere Planeten. Er war unförmig wie eine Kartoffel. Daher schwankte der Durchmesser zwischen 446 und 573 Kilometern. Die BASTION war ursprünglich als Minenkolonie in den Fels gegraben worden. Die Station hatte gerade ein paar Tage zuvor ihr Jubiläum gefeiert – am 26. Januar vor 27 Jahren hatte sie ihren Dienst aufgenommen. Seither war sie Stück für Stück erweitert worden. Irgendwann stagnierte der Ausbau und es schien so, als wollte man die BASTION aufgeben. Doch sie hielt sich. Und nun wurde sie wieder wichtig.

„Wir sind soweit, Sir!“

McCloud wurde endgültig aus seinen Gedanken gerissen. „Alles vorbereitet?“, wollte er wissen.

„Die BASTION kann senden. Wir haben auch die letzten Tage immer wieder Probesendungen gemacht. Es hat funktioniert“, erklärte der Techniker, der McCloud gerade angesprochen hatte. Der Admiral erinnerte sich, dass jener sich mit „Kraftheinz“ vorgestellt hatte. McCloud hatte das für einen Scherz gehalten, aber es war wohl so. Petty Officer Tomy Kraftheinz.

„Und die zugehörigen Abteilungen?“

„Confetticheck A-OKAY“, kam es zurück. McCloud verzog das Gesicht. Das war irgendsoein Militärdings, der „Confetticheck“. Aber Hauptsache, alles lief. „Der Nachrichtensender 5014R hat seine Stationen EXPRESS und REPORT auf Empfang gestellt. Der Unterricht an der Akademie findet weiter statt – unter besonderen Vorkehrungen! Und auch Hamrag Yatlerot hat sich klar gemeldet“, fügte Kraftheinz hinzu. „Wir warten auf ihr Zeichen, Admiral!“

„Computer!“, sprach McCloud in den Raum. „Verbindung zu ASTROCOHORS Command aufnehmen, gesicherter Kanal.“

Es dauerte ein paar Sekunden. Dann meldete der Computer: „Verbindung steht, Kanal gesichert.“

Auf dem Bildschirm der Hauptzentrale erschienen mehrere Gesichter. Leute aus der Führungsebene von ASTROCOHORS. Der große Bildschirm teilte sich in immer mehr kleinere Bildschirme auf. Es sah aus, wie aus einem Video von Queen.

„Es freut mich, dass Sie alle die Zeit gefunden haben, diesem Moment beizuwohnen“, sprach McCloud. „Wir sind soweit!“ Er nickte Kraftheinz zu. Dieser stellte sich an ein Pult und hob seine Hand über einen Knopf.

„Aktivieren!“, befahl McCloud. Kraftheinz drückte den Knopf.

Per Aspera Ad Astra

Per Aspera Ad Astra

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https://youtu.be/zyZce2S2LrE
The early light is breaking
 The morning sun is waiting in the sky
 And I think I'm gonna break away
 And follow where the birds of freedom fly

 I need to give, I need to live
 For the world is slowly turning
 And the lights of love are burning in my eyes

 Caravans, oh my soul is on the run
 Overland, I am flying
 Caravans moving out into the sun
 Oh I don't know where I'm going
 But I'm going

 - Mike Batt: "Caravan Song"